Von Klärschlammtrocknung und Rüttelstopfen

Für die Stadtwerke Aschaffenburg hat Michel Bau eine Klärschlammtrocknung auf dem Gelände des Biomasseheizkraftwerks Leider gebaut. Zugegeben, das hört sich nicht unbedingt spektakulär an, doch angesichts des eingesetzten Rüttelstopfverfahrens war es doch ein besonderes Projekt für Michel Bau.

Heute wird die sichere Entsorgung von Klärschlamm, ein bei der Abwasserreinigung anfallender Abfallstoff, zunehmend problematisch. Denn aufgrund steigender Anforderungen an den Umweltschutz wird die Klärschlammtrocknung immer aufwendiger und bringt somit auch entsprechend hohe Kosten mit sich – was gerade Kommunen zu spüren bekommen. Dabei bietet Klärschlamm auch ein enormes Potenzial zur Produktion erneuerbarer Energie und zur Rückgewinnung wertvoller Nährstoffe – beispielsweise zur Pflanzendüngung.

Drei Hallen für die Klärschlammtrocknung

Auf den ersten Blick wirkt der Rohbau recht einfach: Der Boden und die Wände bestehen aus Beton, das Dach – das übrigens nicht von uns stammt – ist ein Stahlgerüst mit wärmegedämmten Paneelen. Auch der Trocknungsvorgang ist nicht kompliziert. Der Klärschlamm wird per Lastwagen direkt in die Halle gefahren, wo der Schlamm gleichmäßig auf dem Boden verteilt wird. Vom Heizkraftwerk gelangt überschüssige Wärme in die Halle, in der Roboter die Masse immer wieder umwälzen. Nach rund 14 Tagen ist die Trocknung beendet. Dabei wurden dem Klärschlamm 75 % des Wassers entzogen. Das getrocknete Granulat kann zur Weiterverwendung abtransportiert werden.

Rüttelstopfverfahren im Einsatz

Oft weisen gemischt- und feinkörnige Böden eine ungenügende Tragfähigkeit und Steifigkeit auf. Hier kommt das Rüttelstopfverfahren zum Einsatz. Und so funktioniert’s: Im lastaufnehmenden Bereich des Baugrunds werden Rüttelstopfgeräte eingebracht; der beim anschließenden Rüttelhub austretende Schotter, Sand oder Kies wird beim Wiederandrücken stark verdichtet und seitlich in den Boden verdrängt. Dadurch entstehen tragfähige Säulen, Rüttelstopfsäulen genannt, die im Verbund mit dem Boden die Lasten abtragen.

Offizielle Inbetriebnahme am 27.09.2017

Dank der termingerechten Fertigstellung durch Michel Bau konnte Ende September die Inbetriebnahme der Klärschlammtrocknungsanlage offiziell gefeiert werden. Neben Vertretern der Kommune waren rund 80 Gäste anwesend, welche mit großem Interesse der Einführung in das Thema Klärschlammtrocknung beiwohnten.
 

Daten und Fakten

  • Baustelleneinrichtung
  • 1.750 m²  Rückbau Asphalt
  • 2.000 m³  Bodenaushub
  • 1.400 m³  Baugrundverbesserung
  •    370 m³  Stahlbetonarbeiten
  •    290 m   Rohrleitungsbau PEHD
  •   5 Stück  Fertigteilschächte DN1000
  •    130 m   Kanalrohre DN 300
  •    750 m   Rüttelstopfung
  •   1 Stück  Zisterne
  •       40 m  Kanalrohr DN 2500
  •  3.320 m² Asphalteinbau

Bauherr:
Stadtwerke Aschaffenburg
Kommunale Dienstleistungen
Werkstraße 2
63739 Aschaffenburg
Herr Robert Faust
Tel: 06021/391-3815

Bauleitung:
Bachmann Architekten GmbH
Althohlstraße 48
63743 Aschaffenburg
Tel: 06021/98597

Planung/Oberbauleitung:
Pbo Ingenieurgesellschaft mbH
Altstraße 54
52066 Aachen
Tel: 0241/97889-0

Zeitraum:
März 2017 - September 2017

Auftragswert:
575.000,00 € netto

Projektleitung Michel Bau:   
Dipl.-Ing. (FH) Heiko Spatz

Polier
Thomas Schwab

In Aschaffenburg entstehen drei neue Hallen zur Klärschlammtrocknung.

Saubere Sache. Die Klärschlammtrocknung in Aschaffenburg ist ein wichtiger Baustein zur umweltfreundlichen Verarbeitung des bei der Abwasserreinigung angefallenen Klärschlamms.

Bei der Eröffnung am 27. September 2017 wird in einer der großen Trocknungshallen demonstriert, wie die Roboter den Klärschlamm umwälzen und damit den Trocknungsprozess unterstützen bzw. beschleunigen.